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Anbau & Stecklinge · November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am

Cannabis Nährstoffmangel: Magnesium, Kalium und Co. erkennen

Redaktion WeedforfriendsWie wir recherchieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Wo das Symptom beginnt, ist der wichtigste Hinweis: unten und alt oder oben und neu.
  • Magnesiummangel: gelbe Blattflächen zwischen grün bleibenden Adern an älteren Blättern.
  • Kaliummangel: Vergilben vom Blattrand und den Sägezähnen her, später braune Ränder.
  • CalMag ist ein Kombipräparat aus Calcium und Magnesium, kein Allheilmittel.
  • Nicht blind nachdüngen: Ursache kann auch Wasser, Substrat oder Wurzel sein.

Woran erkennst du einen Nährstoffmangel?

Pflanzen zeigen Mangel, wenn ein Nährstoff im Blattgewebe unter das Niveau fällt, das für normales Wachstum nötig ist. Für Cannabis hat eine Arbeitsgruppe um Cockson und Kollegen (2019) Pflanzen in Quarzsand gezogen und jeweils einen Nährstoff weggelassen.

Die Symptome wurden fotografiert und im Verlauf beschrieben; je nach Nährstoff zeigten sie sich etwa fünf bis neun Wochen nach Versuchsbeginn.

Für die Praxis sind zwei Fragen hilfreich:

1. Wo beginnt das Symptom? Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium zeigen sich in der Studie zuerst an unteren, älteren Blättern. Calcium, Eisen, Mangan und Bor betreffen zuerst die Triebspitzen und neuen Blätter. 2. Wie sieht das Blatt aus? Gleichmäßig gelb, gelb zwischen den Adern, gelbe Ränder, Flecken oder verformte neue Blätter sind unterschiedliche Muster.

Ein Foto im Netz ersetzt keine Analyse. Ähnliche Bilder entstehen auch durch Schädlinge, zu nasse Wurzeln, Hitze oder Licht. Mehr zu Schädlingen findest du im Hub Anbau.

Symptom-Tabelle: Nährstoff, Bild, Ursache, Gegenmaßnahme

Die Beschreibungen folgen den Beobachtungen von Cockson und Kollegen. Die Gegenmaßnahmen sind allgemeine Pflanzenpflege, keine Mengenangaben.

NährstoffWo zuerst?Typisches BildMögliche UrsacheGegenmaßnahme
Stickstoff (N)untere, ältere Blättergleichmäßiges Aufhellen und Vergilben, wandert nach obenNährlösung zu schwach oder Substrat ausgelaugtDüngeschema prüfen, Dünger nach Herstellerangabe
Phosphor (P)untere, ältere Blätterolivgrüne, unregelmäßige Flecken, später abgestorbene Stellenzu wenig Phosphor verfügbarDünger und Substrat prüfen
Kalium (K)untere, ältere BlätterVergilben vom Blattrand und den Sägezähnen her, später braune Ränderzu wenig Kalium in Dünger oder SubstratDüngeschema prüfen
Magnesium (Mg)untere, ältere Blättergelb zwischen den Adern, Adern bleiben grünzu wenig Magnesium, etwa bei magnesiumarmem WasserMagnesium ergänzen, z. B. CalMag nach Herstellerangabe
Calcium (Ca)Triebspitzen, neue Blättergestauchte, verformte neue Blätter, heller Blattgrundzu wenig Calcium verfügbarCalcium ergänzen, Gießwasser prüfen
Schwefel (S)Pflanzenmitte, dann neue Blätterallgemeines Vergilben, besonders am Blattgrundzu wenig Schwefel im DüngerDüngerzusammensetzung prüfen
Eisen (Fe)obere, neue Blättergelb zwischen den Adern an jungen BlätternEisen nicht verfügbarDüngung und Substrat prüfen
Mangan (Mn)obere und mittlere Blätternetzartiges Gelb zwischen den Adern, später kleine braune FleckenMangan nicht verfügbarDüngung und Substrat prüfen
Bor (B)Triebspitzenverformte, schmale neue Blätter, absterbende Spitzenzu wenig BorDüngung prüfen

Magnesiummangel bei Cannabis

Magnesiummangel beginnt laut Cockson und Kollegen mit leichtem Vergilben zwischen den Blattadern an den unteren, älteren Blättern. Mit der Zeit wird der Kontrast stärker: Die Adern bleiben grün, die Flächen dazwischen werden gelb, einzelne Stellen sterben ab. Im Versuch enthielten die Blätter der Mangelpflanzen rund 80 % weniger Magnesium als die Kontrollpflanzen.

Weil das Muster typisch ist, wird es oft schnell erkannt. Prüfe trotzdem, ob die Düngung zum Substrat passt und ob dein Leitungswasser eher wenig Magnesium enthält; die Werte veröffentlicht in der Regel dein Wasserversorger.

Kaliummangel bei Cannabis

Bei Kaliummangel vergilben zuerst die Ränder der älteren Blätter, besonders an den Sägezähnen der Fiederblättchen. Später wandert das Gelb nach innen Richtung Mittelrippe, und am Rand entstehen hellbraune, abgestorbene Stellen. In der Studie zeigte sich Kaliummangel als letzter der Hauptnährstoffe, etwa neun Wochen nach Versuchsbeginn (Cockson et al. 2019).

Braune Blattränder können auch andere Ursachen haben, etwa zu viel Dünger oder Hitze. Achte deshalb darauf, ob das Muster bei den unteren Blättern beginnt und vom Rand her fortschreitet.

Schädlinge und Krankheiten: wenn es kein Mangel ist

Nicht jedes verfärbte Blatt ist ein Nährstoffproblem. Schädlinge und Pilze erzeugen eigene Muster, die du mit einem Blick auf Blattunterseite und Substrat meist unterscheiden kannst.

UrsacheWoran du sie erkennstWas hilft
Spinnmilbenfeine helle Punkte auf der Blattoberseite, später Gespinste an den Triebspitzenbefallene Blätter entfernen, Luft nicht zu trocken halten, Nützlinge wie Raubmilben
Trauermückenkleine schwarze Fliegen über der Erde; Ursache ist dauerfeuchtes SubstratOberfläche abtrocknen lassen, Gießrhythmus anpassen, Gelbtafeln
Thripsesilbrige, schlierige Flecken und dunkle Kotpünktchen auf BlätternKlebetafeln zur Kontrolle, Nützlinge
Echter Mehltauweißer, mehliger Belag auf der BlattoberseiteLuftbewegung, ausgedünnter Bestand, stabiles Klima
Grauschimmel (Botrytis)braune, vertrocknete Stellen im Inneren dichter Blütenbefallene Blüten großzügig entfernen, Luftfeuchte senken; Verschimmeltes nie verwenden

Kontrolliere regelmäßig die Blattunterseiten und die Substratoberfläche. Neu hinzugekommene Pflanzen stehen am besten erst eine Weile getrennt. In der Blüte sind Spritzmittel wegen möglicher Rückstände und zusätzlicher Feuchte in den Blüten keine gute Option.

Was ist CalMag?

CalMag ist ein Kombipräparat aus Calcium und Magnesium für die Pflanzenernährung. Es wird eingesetzt, wenn eines der beiden Elemente fehlt oder das Gießwasser beides kaum enthält. Weil Calcium- und Magnesiummangel an unterschiedlichen Stellen auftreten (Calcium an neuen, Magnesium an älteren Blättern), lohnt der Blick auf das Blattbild, bevor du beides gleichzeitig zugibst.

Verwende Präparate immer nach Herstellerangabe. Mehr hilft nicht mehr: Ein Überangebot einzelner Nährstoffe kann die Aufnahme anderer stören.

Rechtlicher Rahmen: KCanG

Kurz zusammengefasst (KCanG, Stand 31.10.2026):

  • Eigenanbau nur für Erwachsene ab 18 Jahren.
  • Höchstens drei Pflanzen gleichzeitig pro volljähriger Person, am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 KCanG).
  • Keine Weitergabe der Ernte an andere.
  • Samen, Pflanzen und Ernte vor dem Zugriff von Kindern, Jugendlichen und Dritten schützen.
  • Samen nur von zugelassenen Anbietern aus EU-Ländern beziehen (KCanG).

Die FAQ des Bundesgesundheitsministeriums nennen zusätzlich einen seit mindestens sechs Monaten bestehenden Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland. Mehr dazu in den Regeln zum Cannabis-Eigenanbau und im Themenbereich Recht. Keine Rechtsberatung.

Legale Alternative: CBD

CBD ist nach § 1 Nr. 8 KCanG vom Cannabisbegriff ausgenommen, aber nicht in jeder Produktform frei verkehrsfähig, Stand 31.10.2026. Wer sich statt mit Eigenanbau mit Cannabidiol beschäftigen möchte, findet im CBD Shop Blüten aus Nutzhanf mit Laborstatus je Charge. Diese Einordnung beschreibt den Rechtsrahmen, keine gesundheitliche Wirkung.

Häufige Fragen zum Thema

  • An gelben Flächen zwischen grün bleibenden Adern, zuerst an den unteren, älteren Blättern. Später können einzelne Stellen absterben.

  • Die Ränder älterer Blätter vergilben, besonders an den Sägezähnen. Später wandert das Gelb nach innen und der Rand wird braun.

  • Ein Kombipräparat aus Calcium und Magnesium für die Pflanzenernährung. Es passt, wenn eines der beiden Elemente fehlt; die Menge richtet sich nach der Herstellerangabe.

  • Nein. Auch nasse Wurzeln, Schädlinge, Hitze oder der natürliche Blattverlust gegen Ende der Blüte können Blätter vergilben lassen.

  • Manche Nährstoffe zeigen sich zuerst an älteren Blättern, andere an neuen Trieben. Der Ort des Symptoms grenzt die möglichen Ursachen deutlich ein.

  • Aus dauerfeuchtem Substrat. Lass die Oberfläche zwischen dem Gießen abtrocknen; Gelbtafeln zeigen, wie stark der Befall ist.

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